27. 08. 2026

LITRA-Verkehrszahlen 2026
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27. 08. 2026

Verkehrszahlen 2026: Die Schweiz in Fahrt

Kaum ein Land lebt seine Beziehung zur Schiene so intensiv wie die Schweiz: Bahnhöfe als zweite Wohnzimmer, Pendlerströme im Minutentakt, Bestwerte, die Jahr für Jahr neu gesetzt werden. Die LITRA-Verkehrszahlen 2026 zeichnen dieses Bild mit der gewohnten Detailtiefe zu Mobilität, Wirtschaft, Energie und dem Vergleich mit Europa einmal mehr eindrücklich nach. Neu widmet sich die Ausgabe 2026 zudem vertieft der Frage, wie all das eigentlich finanziert wird – insbesondere im regionalen Personenverkehr (RPV).

Mobilität in der Schweiz: Wachstum und Verlagerungsziele

Im Jahr 2024 legten Menschen in der Schweiz insgesamt 130’813 Millionen Personenkilometer zurück – rund 72 Prozent davon mit dem Auto, knapp 22 Prozent im öffentlichen Verkehr. Seit 2021 ist die Zahl der mit den Bahnen zurückgelegten Personenkilometer um 60 Prozent gestiegen.

Der Regionalverkehr, der rund ein Drittel der gesamten öV-Leistung abdeckt, wurde 2025 mit 4,75 Personenkilometern pro investiertem Franken so effizient betrieben wie seit Jahren nicht mehr (+5,3 Prozent gegenüber 2024).

Auch an den Bahnhöfen zeigt sich der Boom: Allein am Zürcher Hauptbahnhof, dem meistfrequentierten Bahnhof des Landes, wurden 2025 werktags 480'900 Ein- und Ausstiege gezählt.

Im Güterverkehr rollen mittlerweile 42 Prozent der Tonnenkilometer auf der Schiene, im alpenquerenden Transitverkehr sind es sogar 84 Prozent.

Bahn-Boom: Die Personenkilometer sind bis 2024 um 60 Prozent gestiegen. © LITRA

Volkswirtschaftliche Bedeutung: Finanzierung im Fokus

Besonders im Fokus der Ausgabe der Verkehrszahlen 2026 steht dieses Jahr die Finanzierung des öV – mit einem neuen, eigenen Kapitel zur Finanzierung des regionalen Personenverkehrs.

Der Betrieb des öffentlichen Verkehrs wurde 2023 grösstenteils durch die Fahrgäste selbst finanziert: 7'638 Millionen Franken stammten aus dem Kundenertrag im Personenverkehr, weitere 992 Millionen Franken aus dem Güterverkehr.

Den Rest tragen Bund (1'157 Millionen Franken), Kantone (2'196 Millionen Franken) und Gemeinden (1'040 Millionen Franken) über allgemeine Steuermittel.

Der regionale Personenverkehr wird zu mehr als der Hälfte durch Erlöse finanziert – die verbleibenden Kosten tragen Bund und Kantone gemeinsam. Wie stark diese Aufteilung regional variiert, zeigt die Ausgabe 2026 erstmals im Detail: Im Kanton Jura liegt der Bundesanteil deutlich höher als in Genf, wo der Kanton den Grossteil der Restkosten trägt; im Kanton Zürich wiederum liegt der Erlösanteil über dem schweizerischen Durchschnitt.

In absoluten Zahlen trägt der Kanton Zürich mit 956,3 Millionen Franken die höchsten RPV-Kosten des Landes, gefolgt von Bern (724,3 Millionen Franken) und Waadt (442,1 Millionen Franken). Damit liefern die Verkehrszahlen 2026 erstmals eine kantonsscharfe Grundlage für die Einordnung dieses viel diskutierten Themas.

Der Bahninfrastrukturfonds (BIF) verfügte 2025 über Mittel von 5'773 Millionen Franken – unter anderem aus dem allgemeinen Bundeshaushalt (3'040 Millionen Franken), der Schwerverkehrsabgabe (774 Millionen Franken) und den beiden Mehrwertsteuer-Promille (758 Millionen Franken), wovon allein das zusätzliche Mehrwertsteuer-Promille 379 Millionen Franken ausmachte.

Der Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) kam 2025 auf Einlagen von 2'835 Millionen Franken, vor allem aus dem Mineralölsteuerzuschlag (1'672 Millionen Franken) und der Automobilsteuer (481 Millionen Franken).

379 Millionen Franken brachte 2025 allein das zusätzliche Mehrwertsteuer-Promille in den Bahninfrastrukturfonds (BIF) ein. © LITRA

Energie und Umwelt: Verantwortung auf Schiene und Strasse

Der Verkehr ist 2024 für 38,1 Prozent des gesamten Energieverbrauchs und für 33,5 Prozent der Treibhausgasemissionen der Schweiz verantwortlich. 97,6 Prozent dieser verkehrsbedingten Emissionen entfallen auf die Strasse, lediglich 0,2 Prozent auf die Schiene.

Der städtische öV treibt die Elektrifizierung konsequent voran: Bis 2030 sollen 94 Prozent der Platzkilometer der erfassten Transportunternehmen elektrisch erbracht werden.

Auch im Strassen-öV zahlt sich die Effizienzsteigerung aus – bei den Autobussen sind die Treibhausgasemissionen pro Personenkilometer seit 2021 um 23 Prozent gesunken, bei einer gleichzeitig um 20 Prozent gestiegenen mittleren Personenzahl pro Fahrzeug.

Vollelektrisch bis 2030: 94 Prozent der Platzkilometer der erfassten städtischen Transportunternehmen werden dann elektrisch erbracht. © LITRA

Mobilität in Europa: Die Schweiz bleibt Europameisterin im Bahnfahren

Die Zahlen bestätigen es erneut: Die Schweiz ist Europas Bahnland Nummer eins. Mit 2'519 Personenkilometern pro Kopf auf der Schiene liegt sie 2024 rund 56 Prozent vor dem zweitplatzierten Österreich (1'614) – und weit vor Frankreich, Deutschland oder Ungarn. Auch beim Modalsplit des öffentlichen Verkehrs führt die Schweiz mit 27,5 Prozent das europäische Feld an.

Europameisterin Schweiz: 2024 legten Menschen hierzulande pro Kopf 56 Prozent mehr Bahn-Personenkilometer zurück als im zweitplatzierten Österreich. © LITRA

Beim Güterverkehr auf der Schiene liegt der Schweizer Anteil von 34,3 Prozent zwar weiterhin auf einem guten dritten Platz – an den Spitzenreitern Lettland (44,0 Prozent) und Litauen (39,1 Prozent) zieht das kleine, aber alpenquerend stark befahrene Schweizer Schienennetz jedoch (noch) nicht vorbei.


Das interaktive Datenportal der LITRA bietet zahlreiche Zahlen und Grafiken zum Schweizer öV-System. © LITRA

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