23. 06. 2020

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23. 06. 2020

Studie "Die volkswirtschaftliche Bedeutung des öffentlichen Verkehrs"

Die Coronakrise hat es gezeigt: Der öffentliche Verkehr gehört zu den Grundfesten der Schweiz und funktioniert auch im Extremfall. Doch der öV umfasst weit mehr als das Angebot von Transportleistungen: Rund 100'000 Personen arbeiten für den öffentlichen Verkehr, sei es bei Transport-unternehmen, im Bau oder der Industrie, und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Bruttoinlandprodukt der Schweiz.

Welche wirtschaftliche Bedeutung hat der öffentliche Verkehr für die Schweiz? Wo entsteht die grösste Wertschöpfung? Welche Vorleister gibt es? Diese Fragen beantwortet eine neue Studie von LITRA und Swissrail.

ÖV-Unternehmen mit 12.2 Mia. Wertschöpfung

Allein die Bahn-, Tram- und Busunternehmen erbringen mit ihren Leistungen 12.2 Mia. Franken Wertschöpfung und damit den grössten Teil der Wertschöpfung des gesamten öV-Sektors. Das sind 1.8 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). 9.3 Mia. Franken werden direkt und weitere 2.9 Mia. Franken indirekt über Vorleistungen erarbeitet. Hohe 96 Prozent der Wertschöpfung fallen im Inland an. Bei den öV-Unternehmen arbeiten rund 42'000 Personen. Weitere 20'000 Beschäftigte erbringen beispielsweise im Marketing, in der Textilindustrie und bei Versicherten Vorleistungen für die Transportunternehmen.

Durch die Verkehrsleistungen entstehen direkt 42'300 Vollzeitstellen und via Vorleistungen weitere 20'000 Vollzeitstellen. 9.3 Mia. Franken Wertschöpfung wurden im Jahr 2018 direkt erwirtschaftet, weitere 2.9 Mia. Franken indirekt. 1000 Personenkilometer im öffentlichen Verkehr stehen damit mit 500 Franken Wertschöpfung in Verbindung.

5.3 Mia. Investitionen jedes Jahr

In den vergangenen Jahren wurden im Schnitt 5.3 Mia. Franken in den öffentlichen Verkehr - d.h. in Infrastruktur, Rollmaterial und Fahrzeuge investiert. Damit werden rund 3.6 Mia. Franken Wertschöpfung im Inland generiert. Das heisst: Pro investierten Franken verbleiben rund 70 Rappen in der Schweiz. Rund 26'000 Personen arbeiten im Infrastrukturbau und in der Herstellung von Zügen und Bussen. Dabei haben Infrastrukturinvestitionen die grössere Beschäftigungswirkung als Rollmaterial- und Fahrzeuginvestitionen. Infrastrukturerzeugnisse werden zu 90 Prozent im Inland hergestellt, da sie sehr baulastig sind und schlecht transportiert werden können.

Die Herstellung von Schieneninfrastruktur, Rollmaterial und Fahrzeugen durch Planungsbüros, Baufirmen und Industrieunternehmen schafft direkt 14'000 Vollzeitstellen und weitere 11'000 indirekte Stellen über Vorleistungen. In den vergangenen Jahren wurden im Durchschnitt 5.3 Mia. Franken in den öffentlichen Verkehr investiert.

Starke Bahnexporte

Demgegenüber ist die Bahnindustrie ein wichtiger Player im Export: Knapp 40 Prozent des Umsatzes werden exportiert. Rund 700 Mio. Franken Wertschöpfung sind mit diesem Umsatz verknüpft. 4'400 Personen (Vollzeitäquivalente) arbeiten in der Bahnindustrie oder bei Vorleistern der Bahnindustrie für den Export. So kommen auf eine Vollzeitstelle in der Produktion für den Heimmarkt 0.6 Vollzeitstellen in der Produktion für den Export. «Die Produkte der Schweizer Bahnindustrie werden wegen ihrer Qualität und Zuverlässigkeit auf der ganzen Welt geschätzt», erklärte Swissrail-Präsident Peter Jenelten an der Medienkonferenz. «Dank der Innovationsfreudigkeit und des Qualitätsbewusstseins der Schweizer Industrie können wir auf dem internationalen Markt bestehen, auch wenn die Produktionskosten in der Schweiz höher sind als in den meisten anderen Ländern.»

Inklusive den Lieferanten sind 4'400 Vollzeitstellen in der Bahn-Exportindustrie der Schweiz beschäftigt. Von 2.9 Mia Franken Umsatz der Schweizer Bahnindustrie werden 40% exportiert.