22. 10. 2026
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Quartalsreporting Bahn 3|2026: Neuer Rekord im Personenverkehr
Mit 6,41 Milliarden Personenkilometern erreicht der Schienenpersonenverkehr im dritten Quartal 2026 erneut einen Höchstwert (+5,4 Prozent gegenüber Vorjahresquartal). Ganz anders der Schienengüterverkehr: Mit 2,69 Milliarden Nettotonnenkilometern liegt die Verkehrsleistung 3,4 Prozent unter dem Vorjahreswert – der tiefste Wert für ein drittes Quartal seit Beginn des Quartalsreportings Bahn im Jahr 2014. Dies sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem aktuellen Quartalsreporting Bahn, basierend auf den Daten der LITRA und des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV) und in Zusammenarbeit mit der SBB.
Neuer Rekord im Personenverkehr
Der Schweizer Schienenpersonenverkehr wächst weiter: Im dritten Quartal 2026 wurden 6,41 Milliarden Personenkilometer zurückgelegt – ein neuer Quartalsrekord, der den erst im Vorquartal aufgestellten Höchstwert (6,30 Milliarden Personenkilometer) übertrifft. Die Zunahme gegenüber dem Vorjahresquartal beträgt 5,4 Prozent und liegt damit im Rahmen des Wachstums der beiden ersten Quartale 2026.
Gegenüber dem zweiten Quartal 2026 resultiert ein Plus von 1,8 Prozent. Treiber des Wachstums ist dabei vor allem der regionale Personenverkehr. Das dritte Quartal 2026 bestätigt damit den anhaltend positiven Trend und die hohe Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz.
Ernüchterung im Schienengüterverkehr
Auf die leichte Erholung im zweiten Quartal 2026 folgt im Schienengüterverkehr die Ernüchterung: Im dritten Quartal 2026 wurden in der Schweiz nur 2,69 Milliarden Nettotonnenkilometer erbracht. Das sind 3,4 Prozent weniger als im Vorjahresquartal und 4,6 Prozent weniger als im Vorquartal.
Die Schienengüterverkehrsleistung des dritten Quartals 2026 ist damit die tiefste für ein drittes Quartal seit Beginn des Quartalsreportings Bahn im Jahr 2014. Über alle Quartale gesehen wird sie einzig von der Verkehrsleistung des zweiten Quartals 2020 unterboten, das von der Corona-Pandemie geprägt war. Somit hat sich die Hoffnung auf eine Stabilisierung, die das Vorquartal geweckt hatte, vorerst nicht bestätigt.
BAV-Semesterberichte: Schienengüterverkehr unter Druck
Die schwierige Lage im Schienengüterverkehr bestätigen auch die Semesterberichte des Bundesamts für Verkehr (BAV) zum ersten Halbjahr 2026. Im alpenquerenden Güterverkehr profitierten zwar sowohl Strasse als auch Schiene von der positiven Wirtschaftsentwicklung. Die Bahn transportierte 3,1 Prozent mehr Güter durch die Alpen als im Vorjahr, die Strasse legte mit 7,5 Prozent jedoch deutlich stärker zu.
Der Bahnanteil am alpenquerenden Güterverkehr sank damit um 0,9 Prozentpunkte auf 68 Prozent. Die Zahl der Lastwagenfahrten durch die Alpen stieg um rund 7 Prozent auf 511'000; das BAV geht davon aus, dass Ende 2026 erstmals seit längerem wieder mehr als eine Million alpenquerende Fahrten verzeichnet werden.
Belastet wird der Schienengüterverkehr auf der Nord-Süd-Achse weiterhin durch die vielen Baustellen, vor allem in Deutschland. Eine Entspannung zeichnet sich erst ab ca. 2030 ab. Der Bundesrat sieht deshalb im Rahmen der laufenden Gesetzesrevision zum Gütertransport zusätzliche finanzielle Mittel für den Schienengüterverkehr durch die Alpen vor.
Unter Druck steht auch der Schienengüterverkehr in der Fläche: Im Einzelwagenladungsverkehr (EWLV), den der Bund seit Anfang 2026 finanziell unterstützt, ging die Anzahl beladener Wagen im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahressemester um 8 Prozent zurück (bereinigt um die neue Produktabgrenzung). Die Transportleistung lag mit rund 584 Millionen Nettotonnenkilometern gut 5 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Trassennachfrage stabil
Trotz rückläufiger Güterverkehrsleistung bleibt die Trassennachfrage im dritten Quartal 2026 stabil: Mit 53,64 Millionen nachgefragten Trassenkilometern liegt sie nahezu auf dem Niveau des Vorjahresquartals (–0,1 Prozent). Gegenüber dem zweiten Quartal 2026 hat sie sogar um 0,8 Prozent zugelegt.
Das Quartalsreporting Bahn von LITRA und VöV umfasst die Verkehrsleistungen folgender Unternehmen:
- Personenverkehr: BLS, MGB, MOB, RegionAlps, RhB, SBB, SBB GmbH, SOB, Thurbo, Tilo, TPF, TransN, Zentralbahn.
- Güterverkehr: BLS Cargo, DB Cargo, LTE, Medway, RailCare, SBB Cargo, SBB Cargo International, TR, TX Logistik, WRS.
- Infrastruktur: BLS Netz, HBS, SBB, SOB, SZU, TPF (Normalspur), TRAVYS (Normalspur).
Die Quartalsreportings früherer Jahre (seit 2014) sind im LITRA-Datenportal unter dem Thema Mobilität dargestellt.
(Vorschaubild: © SOB)
© SBB CFF FFS
Schienengüterverkehr trotz positiver Wirtschaftsentwicklung unter Druck
Die Bahn hat im ersten Halbjahr 2026 mehr Güter durch die Alpen transportiert als im Vorjahr. Das Wachstum fiel mit 3,1 Prozent jedoch weniger hoch aus als im Strassentransport. Der Anteil der Bahn am alpenquerenden Güterverkehr ging leicht zurück und beträgt jetzt 68 Prozent.
Im Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) in der Fläche wurde im gleichen Zeitraum ein Rückgang der Anzahl beladener Wagen um 8 Prozent verzeichnet. Das geht aus den Semesterberichten des Bundesamts für Verkehr (BAV) zu den beiden Verkehrsarten hervor.