7. 05. 2020

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7. 05. 2020

«Studie zur Mobilität während und nach der Gesundheitskrise»

Die Schutzmassnahmen zur Eindämmung des Coronavirus' bringen für die Menschen in Europa starke Einschränkungen ihres Lebens mit sich, gerade in den Alltagsaktivitäten und in der Mobilität. Welcher Weg führt aus der Krise? Die Wissenschafts-Community kann mit ihren Erkenntnissen helfen aufzuzeigen, wie das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Pandemie eingedämmt werden. Sie ist angehalten, politische Entscheidungsträger, Verkehrsunternehmer und Raumplaner bei der weiteren Planung der Lockerungsmassnahmen zu unterstützen, erklärt Vincent Kaufmann, Mitbegründer von Mobil'homme, einem Spin-off der EPFL. Sein Büro untersucht derzeit in einer breit angelegten Studie das Mobilitätsverhalten in verschiedenen Ländern Europas während und nach der Corona-Krise. Die LITRA beteiligt sich an diesem Projekt.

Europa kann in der Gesundheitskrise durch Corona als Labor fungieren. Über die aktuelle Notsituation hinaus sind Werkzeuge nötig, mit denen sich die längerfristige Entwicklung beim Umgang der Bevölkerung mit Verkehrsmitteln nachverfolgen und verstehen lässt.

Mit Unterstützung der LITRA und verschiedener Akteure, die am Ende dieses Beitrags aufgelistet sind, hat das Büro für Sozialstudien Mobil’homme eine internationale Studie zu den folgenden drei Punkten geplant

  • Das neue Verhältnis des Individuums zu seiner näheren Umgebung;
  • Die Auswirkungen der Gesundheitskrise auf den Umgang mit Verkehrsmitteln und auf die mit dem jeweiligen Verkehrsmittel verbundenen Vorstellungen;
  • Die Erprobung der Digitalisierung und ihrer Auswirkungen auf die Mobilität, insbesondere auf Telearbeit und E-Commerce.

Diese Studie weist einige Besonderheiten auf:

  • Sie ist international und umfasst mehrere Länder: Schweiz, Spanien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Luxemburg und Belgien.
  • Sie untersucht die Frage des Umgangs mit Verkehrsmitteln in Krisenzeiten mit einem logischen Ansatz zur Wahl von Verkehrsmitteln und einem Werkzeug, das vom Labor für Stadtsoziologie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Mitte der 1990er Jahre entwickelt und 2019 angepasst wurde. Dieses Werkzeug wurde in mehreren europäischen Ländern bereits in grossem Umfang eingesetzt;
  • Es ist in Längsrichtung aufgebaut und sieht vor, dieselben Personen einige Monate später nochmals zu befragen, um längerfristige Veränderungen in Bezug auf Lernverhalten im Umgang mit Verkehrsmitteln, ein neues Verhältnis zur Umwelt und zur digitalen Mobilität zu bewerten. Durch den Längsaufbau lässt sich auch die Hypothese überprüfen, ob es zu einer erheblichen Veränderung der allgemein mit verschiedenen Verkehrsmitteln assoziierten Werte kommt.

Die Umfrage läuft von April bis Anfang Mai und wertet ca. 10’000 ausgefüllte Fragebögen aus.

Mobil’homme ist ein Büro für Sozialstudien im Bereich Städteplanung und Mobilität mit Sitz in Lausanne (Schweiz). Es wurde 2015 als Spin-off des Labors für Stadtsoziologie (LaSUR) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) gegründet. Die Mitarbeiter unseres Teams sind in der wissenschaftlichen Grundlagenforschung und der Hochschullehre in Europa tätig. Unsere Kunden in der Schweiz, in Frankreich und anderswo in Europa sind hauptsächlich Gebietskörperschaften, Privatunternehmen und nicht-staatliche Verbände.

Wir danken den folgenden Stellen, die diese Studie durch ihren finanziellen Beitrag unterstützt haben:

Für das Studienbüro Mobil’homme:

Prof. Vincent Kaufmann, Soziologe

Dr. Emmanuel Ravalet, Wirtschaftswissenschaftler

Dr. Marc Antoine Messer, Stadtplaner

Dr. Laurie Daffe, Anthropologin

Dr. Stephan Utz, Geograf

Dipl.-Ing. David Moreau, Umweltingenieur

Dr Yann Dubois, Geograf

Die LITRA wird in eimen weiteren Blog über die Ergebnisse der Studie von Mobil'homme informieren.