04. 09. 2026

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04. 09. 2026

Neuer öV-Knoten: Prilly-Malley gewinnt den nationalen Mobilitätspreis FLUX

Dieses Jahr geht der nationale Mobilitätspreis FLUX an den Verkehrsknoten Prilly-Malley im Kanton Waadt. Die Jury zeichnet damit einen Ort aus, der beispielhaft zeigt, wie öffentlicher Verkehr und Stadtentwicklung zusammenwirken können.

Prilly-Malley verbindet öffentlichen Verkehr und Stadtentwicklung beispielhaft miteinander. © Philippe Gasser

PostAuto, der Verband öffentlicher Verkehr (VöV), der VCS Verkehrs-Club der Schweiz und der Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr (LITRA) verleihen den FLUX zum 20. Mal. Mit dem Preis wird seit 2007 jedes Jahr ein Schweizer Verkehrsknoten ausgezeichnet, der den Fahrgästen das Reisen besonders angenehm macht und damit den öffentlichen Verkehr attraktiver macht.

Die FLUX-Jury besteht aus zehn Expertinnen und Experten unter dem Vorsitz von Nationalrätin Florence Brenzikofer. Für den FLUX 2026 hat die Jury den Verkehrsknoten Prilly- Malley VD, Liestal BL und Sursee LU vor Ort beurteilt und anschliessend Prilly-Malley zum Sieger gekürt. Die S-Bahn- Station Prilly-Malley befindet sich überwiegend auf dem Boden der Gemeinde Prilly, zwischen dem Zentrum von Prilly und dem Lausanner Ortsteil Malley.

Ein Verkehrsknoten als Motor eines neuen Stadtquartiers

Prilly-Malley steht exemplarisch für eine moderne Stadtentwicklung nach innen. Auf einer ehemaligen Industriebrache zwischen den Gemeinden Prilly und Renens entsteht ein neues urbanes Zentrum mit künftig rund 10'000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie zahlreichen Arbeitsplätzen. Der Bahnhof, die Metro M1, die neue Tramlinie Lausanne–Renens und mehrere Buslinien bieten den Fahrgästen leistungsfähige und eng vernetzte Mobilität.

Mit Erfolg, wie die Zahl der Fahrgäste beweist: Zwischen 2018 und 2025 verdoppelte sich die tägliche Frequenz von rund 4000 auf 8000 Fahrgäste. Und demnächst gewinnt der öV-Knoten weiter an Bedeutung: Die Achse Lausanne–Renens wird durch die neue Tramlinie T1 verstärkt.

Prilly-Malley verbindet Mobilität und Lebensraum: Attraktive öffentliche Räume, kurze Wege sowie gute Fuss- und Veloverbindungen schaffen rund um den Bahnhof eine hohe Aufenthaltsqualität. © Philippe Gasser

Mobilität und Lebensraum vorbildlich verknüpft

Die Jury überzeugt Prilly-Malley insbesondere durch die konsequente Verbindung von Verkehr, öffentlichem Raum und Städtebau. Neue Plätze, Grünflächen, Fuss- und Veloverbindungen sowie attraktive Plätze schaffen eine hohe Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig sorgen kurze Wege und gute Anschlüsse für eine einfache und komfortable Nutzung des öffentlichen Verkehrs.

Die Jury hebt die stufenweise Weiterentwicklung des Standorts hervor. Bestehende Anlagen wurden nicht ersetzt, sondern gezielt weiterentwickelt und aufgewertet. So entstanden neue Verbindungen zwischen den Quartierteilen, zusätzliche Grünräume und verbesserte Zugänge zu den Verkehrsmitteln. Mit rund 600 Veloabstellplätzen und einer preisgekrönten Fuss- und Velounterführung setzt Prilly-Malley zudem Massstäbe für den Langsamverkehr.

Prilly-Malley bildet das Rückgrat eines lebendigen, nachhaltigen und weitgehend autofreien Stadtquartiers. © Philippe Gasser

Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinaus

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit der beteiligten Gemeinden. Mit der gemeinsamen Organisation «La Fabrique de Malley» haben sie Planung und Entwicklung über administrative Grenzen hinweg koordiniert. Dadurch entstand ein stimmiges Gesamtbild, bei dem öffentliche Räume, Mobilität und Bauprojekte optimal aufeinander abgestimmt sind.

Die FLUX-Jury würdigt Prilly-Malley deshalb als beispielhaften Verkehrsknoten des 21. Jahrhunderts. Er bildet das Rückgrat eines lebendigen, nachhaltigen und weitgehend autofreien Stadtquartiers. Die Siegerdelegation konnte den FLUX 2026 am 3. September 2026 in Thun im Rahmen der Generalversammlung des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV) entgegennehmen.


Die FLUX-Jury

Präsidentin: Florence Brenzikofer (Nationalrätin). Mitglieder: Ueli Stückelberger (VöV), Stéphanie Penher (VCS Verkehrs-Club der Schweiz), Luzius Weber (PostAuto), Michael Bützer (LITRA), Jonas Schmid (Schweizerischer Städteverband), Tinetta Maystre (Stadträtin Renens), Philippe Gasser (Citec Ingénieurs Conseils SA), Remo Petri (Procap Schweiz) und Michael Güller (Güller Güller architecture urbanism).

Die bisherigen FLUX-Preisträger

  • 2025: Möriken-Wildegg | Kleinere bis mittelgrosse öV-Knoten
  • 2024: Bulle | Regionaler öV-Knoten
  • 2023: Bellinzona | Bahnhöfe im Tessin
  • 2022: Genève Eaux-Vives | Neue S-Bahn-Linie CEVA
  • 2021: Rapperswil-Jona und Sonderpreis für Grindelwald Terminal (Jungfraubahnen) | Steigerung des öV-Modalsplits
  • 2020: Fiesch | Neue S-Bahn- und Regionalverkehrsknoten
  • 2019: St.Gallen | Einbindung in den städtischen Raum
  • 2018: Papiermühle, Ittigen | Meterspurknoten mit Pendlerfokus
  • 2017: Château-d’Oex | Freizeitknoten mit Meterspur
  • 2016: Delémont | Mittelgrosse Verkehrsknoten
  • 2015: Wallisellen | Verkehrsknoten in Agglomerationen
  • 2014: Scuol | Bestes ÖV-System in einem Bergtourismusort
  • 2013: Interlaken Ost | Hafenorte
  • 2012: Flughafen Zürich | Kundeninformation
  • 2011: Bahnhof Renens und Bahnhof Wil | Langsamverkehr
  • 2010: Bahnhof Horgen | In der Nacht
  • 2009: Bahnhof Frauenfeld | Inter- und Multimodalität, kombinierte Mobilität
  • 2008: Bahnhof Baden | Wirtschaftliche Entwicklungspotenziale
  • 2007: Bahnhof Visp | Qualität und Innovation für den attraktiven öV