Bundesrätin Simonetta Sommaruga an der LITRA-Mitgliederversammlung 2019

27 Sep. 2019

Frischer Wind an der LITRA-Mitgliederversammlung 2019

27 Sep. 2019

Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat die Mitglieder in ihrer neuen Funktion als Vorsteherin des UVEK begrüsst. Sie legte dar, wie wichtig ihr eine gute Kooperation zwischen den Transportunternehmen im öffentlichen Verkehr ist. Der öffentliche Verkehr spiele eine zentrale Rolle, wenn es darum gehe, den CO2-Ausstoss im Gesamtverkehr zu senken. Für neue Impulse innerhalb der LITRA sorgen auch vier neue Mitgliederunternehmen und einige Wechsel im Vorstand.

Zum Auftakt der 83. ordentlichen Mitgliederversammlung vom 26. September 2019 blickte LITRA-Präsident Martin Candinas auf die vergangenen vier Jahre Verkehrspolitik zurück. Darunter waren Highlights wie die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels oder das deutliche Nein zur Milchkuhinitiative, für das sich die LITRA mit einer Kampagne engagiert hatte. Zufrieden zeigte sich Martin Candinas über das Echo auf die Studie zum Modalsplit im Personenverkehr der Schweiz. Diese hatte die LITRA zusammen mit dem VöV (Verband öffentlicher Verkehr) und dem ARE (Bundesamt für Raumentwicklung) erstellen lassen und im März vorgestellt.

Unsere Forderungen nach einem höheren öV-Anteil passen gut zur aktuellen Debatte für mehr Engagement gegen den Klimawandel. Denn der öV ist – das ist kein Geheimnis – schon heute sehr klimaschonend. Die Bündelung von Mobilität und der fast emissionsfreie Betrieb sind die Raison d'être des öffentlichen Verkehrs. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs am CO2-Ausstoss des Gesamtverkehrs beträgt nur 4 Prozent. Eine Bahnreise verursacht 27 Mal weniger CO2 als eine vergleichbare Fahrt im Auto und benötigt sechs Mal weniger Energie. Der öffentliche Verkehr hat also eine starke Hebelwirkung, wenn es darum geht, den Gesamtverkehr klimafreundlicher zu gestalten. Martin Candinas bedankte sich zum Abschluss bei den LITRA-Mitgliedern, Partnerverbänden und der Verwaltung für die konstruktive Zusammenarbeit für das Erfolgsmodell öV Schweiz.

Mehrere Wechsel im Vorstand und die Vorstellung unserer neuen Mitglieder standen im Fokus des statutarischen Teils. Aus dem Vorstand ausgeschieden sind Alt Nationalrätin Viola Amherd, die vor Ihrer Wahl zur Bundesrätin als Mitglied der nationalrätlichen Verkehrskommission (KVF-N) im LITRA-Vorstand vertreten war. Ausserdem hat André Schär, Vizepräsident von Infra Suisse, den Vorstand verlassen. Neu im Vorstand Einsitz nehmen Ständerätin Brigitte Häberli-Koller, Nationalrat Christian Wasserfallen und Luzius Weber, Leiter Kommunikation bei PostAuto.

Vier neue Mitgliederunternehmen durften wir in an unserer Mitgliederversammlung begrüssen. Neu sind zur LITRA gestossen:

  • Die Busbetrieb Aarau AG (BBA): 1955 als Verein mit zwei gemieteten Fahrzeugen gegründet, ist die Busbetrieb Aarau AG (BBA) inzwischen mit 37 modernen Niederflurbussen unterwegs.
  • SIGNAL AG: Seit 1946 liefert die SIGNAL AG Systeme für Signalisation, Information und Markierung uns sorgt damit schweizweit für Sicherheit und Information auf allen Verkehrswegen.
  • EPFL: Die Ecole polytechnique fédérale de Lausanne ist die kosmopolitischste technisch-naturwissenschaftliche Hochschule Europas und wurde 1853 als Privatschule gegründet.
  • Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU): Die Sihltalbahn (SiTB) wurde im Jahr 1892 gegründet. Seit 1990 gehört die SZU zum Zürcher Verkehrsverbund ZVV und ist seit 1995 marktverantwortliches Verkehrsunternehmen (MVU) für das Marktgebiet Zimmerberg.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga war dieses Jahr Gast im LITRA-Verkehrsforum. Sie unterstrich unter anderem, dass der öV gestärkt werden müsse. Das gehe nur mit einer Kombination verschiedener Verkehrsträger und einer klugen Kombination verschiedener Angebote. So kann es gelingen, mehr Kunden vom öV zu überzeugen, auch solche, die den öV heute nicht nutzen. Der Ausbau der Infrastuktur sei weiterhin unumgänglich und breit akzeptiert. Doch solle vermehrt Projekt übergreifend geplant werden. Es sei kaum verständlich, wie ein Bypass Luzern und ein Tiefbahnhof Luzern unabhängig voneinander geplant werden könnten. Auch zum Wettbewerb im öffentlichen Verkehr machte Bundesrätin Simonetta Sommaruga ihre Position deutlich: Wettbewerb sei nur dann sinnvoll, wenn Vielfalt und Kundennutzen gesteigert würden. Er sei kein Selbstzweck im öffentlichen Verkehr. Sie finden die gesamte Rede von Bundesrätin Simonetta Sommaruga hier.

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung wurden die vier Preisträger des Prix LITRA 2019 prämiert. Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat den Preisträgern eine Trophäe überreicht – die erste überhaupt in der Geschichte des Prix LITRA. Sie finden alle Einzelheiten zum Prix LITRA 2019 hier.

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